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Digitalisierung im Zentrum des Asset Managements:Auswirkungen auf Fondsleitungen

Effizienz, Transparenz und Geschwindigkeit sind zu entscheidenden Faktoren im heutigen Asset Management geworden. Die Digitalisierung bietet Management- und Investmentteams konkrete Hebel, um Governance-Strukturen zu stärken, die Risikoüberwachung zu verbessern und das Vertrauen der Investoren zu festigen. In der gesamten Branche ist dieser Wandel längst nicht mehr optinal – er ist strukturell. 

(Autoren: Martin Müller, Associate Director; Business Development & CRM & Estelle Grisoni, Project Manager IT)  

 

Operative Prozesse im Wandel: Effizienz als Treiber 

Laut PwC betrachten nahezu 80 % der Asset Manager die Digitalisierung als einen zentralen Wettbewerbsdifferenzierungsfaktor. In der aktuellen «Asset and Wealth Management Revolution» Studie stellt PwC zudem fest, dass die Nutzung von Daten eine zunehmend wichtige Rolle in der Investmentanalyse und Entscheidungsfindung spielt. 

Dieser Wandel ist bereits in der gesamten Asset-Management-Branche sichtbar: Die Zentralisierung von Daten ermöglicht nahezu Echtzeit-Transparenz über Transaktionen, Performancekennzahlen, Cashflows, Exposures, Liquidität sowie Informationen auf Ebene der einzelnen Portfoliovermögenswerte. 

Auch nichtfinanzielle Kennzahlen folgen dieser Entwicklung. Ihre Integration erleichtert das Portfoliomonitoring, Szenarioanalysen sowie Entscheidungen zur langfristigen Kapitalallokation. 
Das Ergebnis ist eindeutig: Entscheidungen basieren zunehmend auf konsolidierten, vergleichbaren und verlässlichen Daten statt auf fragmentierten Informationen. 

Daten – und vor allem die Art und Weise, wie sie genutzt werden – entwickeln sich immer stärker zu einem zentralen Differenzierungsmerkmal. Infolgedessen konzentrieren sich immer mehr Unternehmen nicht nur darauf, Daten zu nutzen, sondern auch deren Erhebung und Eigentum zu kontrollieren. Ein Beispiel hierfür bietet BlackRock mit seinem erweiterten Plattform- und Akquisitionsökosystem, welches unter anderem Aladdin, eFront und Preqin inkludiert. Gemeinsam ermöglichen es diese Ökosysteme den Asset Managern, Investmentdaten, Risikoanalysen und Marktinformationen in ihre Entscheidungsprozesse sowie ihr Kundenangebot zu integrieren. 

In einem Umfeld, in dem Transparenz, Benchmarking und Reporting – insbesondere in Private Markets – zunehmend an Bedeutung gewinnen, kann der Zugang zu hochwertigen proprietären Daten zu einem erheblichen strategischen Wettbewerbsvorteil werden. 

Automatisierung und Systemintegration: messbare operative Vorteil 

Auch das breitere Asset-Management-Ökosystem – einschliesslich Fondsleitungen, Verwahrstellen und anderer Dienstleister – beschleunigt seine digitale Transformation. Automatisierte Schnittstellen und integrierte Compliance-Kontrollen reduzieren manuelle Eingriffe und operationelle Risiken erheblich, beispielsweise durch automatisierte Datenaustausche, NAV-Berechnungen, regulatorisches oder Transaktions-Reporting zwischen Portfolio-Management-Systemen, Fondsadministratoren und Verwahrstellen. 

Insgesamt ermöglichen diese Entwicklungen 
i) kürzere Reporting-, Execution- und Abschlusszyklen, ii) höhere Qualitätsstandards über alle Kennzahlen hinweg und vor allem, iii) eine bessere Koordination zwischen Portfoliomanagern, Operations-Teams, Fondsleitungen, Depotbanken und weiteren angebundenen Dienstleistern. 

Über die operative Effizienz hinaus stärken diese Fortschritte Transparenz und Rechenschaftspflicht – beides essenziell in einem Marktumfeld, das durch zunehmende Prüfung und regulatorische Aufsicht geprägt ist. 

Datenqualität und Integration: die Grundlage der Wertschöpfung 

Nachhaltige Wertschöpfung hängt von einer grundlegenden Voraussetzung ab: hochwertige und konsolidierte Daten. Viele Organisationen arbeiten noch immer mit fragmentierten Systemen oder tabellenbasierten Prozessen, was Skalierbarkeit und Automatisierungspotenzial einschränkt. Zentralisierte Plattformen adressieren diese Herausforderungen, indem sie Datenstrukturen harmonisieren, zentrale Kennzahlen standardisieren und die Zuverlässigkeit des Reportings erhöhen. 

Auf dieser Grundlage beginnt künstliche Intelligenz bereits konkrete Anwendungen zu liefern – von Performance-Prognosen und Risikomodellierung bis hin zur Anomalieerkennung und Portfoliooptimierung. Asset-Management-Teams können so aufkommende Risiken früher erkennen und Strategien proaktiv anpassen. 

Eine bewusste und strukturierte Transformation 

Digitalisierung ist nicht nur ein technologisches Upgrade. Sie erfordert eine robuste Data Governance, regulatorische Konformität, Cybersicherheitsmaßnahmen sowie ein strukturiertes Change-Management. Wird die Transformation jedoch strategisch umgesetzt, stärkt sie erheblich die operative Resilienz und die Qualität der Governance insgesamt. 

In dieser sich wandelnden Landschaft verankern Organisationen der Asset-Management-Branche digitale Fähigkeiten zunehmend im Kern ihrer Betriebsmodelle – mit Priorität auf Datenintegrität, Systeminteroperabilität und Prozessautomatisierung. Dieser disziplinierte Ansatz spiegelt ein langfristiges Engagement wider, die Grundlagen des Fonds- und Asset Managements in einem zunehmend datengetriebenen Umfeld zu stärken. 

 

 

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